Die steuerliche Behandlung von Bitcoin und anderen Kryptowährungen könnte sich in Deutschland verändern. Eine Petition gegen die mögliche Abschaffung der einjährigen Haltefrist hat das erforderliche Quorum von 30.000 Mitzeichnungen erreicht. Damit erhält die Diskussion um die zukünftige Besteuerung von Kryptowährungen zusätzliches politisches Gewicht.
Worum geht es bei der Haltefrist?
Nach der derzeitigen steuerlichen Behandlung können Gewinne aus dem Verkauf von Kryptowährungen im Privatvermögen unter bestimmten Voraussetzungen steuerfrei sein, wenn zwischen Anschaffung und Verkauf mehr als ein Jahr liegt. Genau diese Regelung steht politisch zur Diskussion.
Die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen hatte 2026 einen Gesetzentwurf vorgelegt, nach dem die einjährige Haltefrist für Kryptowerte entfallen sollte. Der Finanzausschuss empfahl jedoch mit den Stimmen von CDU/CSU, AfD und SPD die Ablehnung des Entwurfs. Gleichzeitig hatte auch die Bundesregierung in ihren Haushalts-Eckwerten das Ziel einer stärkeren Besteuerung von Gewinnen aus Kryptowerten erkennen lassen. Eine Abschaffung der Haltefrist ist damit derzeit nicht beschlossen.
Petition erreicht 30.000 Mitzeichnungen
Gegen eine mögliche Abschaffung der Haltefrist richtet sich eine öffentliche Petition. Anfang August 2026 wurde das Quorum von 30.000 Mitzeichnungen erreicht. Das verleiht dem Anliegen zusätzliches Gewicht im parlamentarischen Petitionsverfahren.
Das Erreichen des Quorums bedeutet allerdings nicht, dass die Forderung automatisch umgesetzt wird. Über öffentliche Petitionen berät der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages; im weiteren Verfahren kann auch eine öffentliche Beratung stattfinden.
Was bedeutet das für Krypto-Anleger?
Für Anleger ist vor allem wichtig: Die einjährige Haltefrist ist nicht abgeschafft. Politische Vorschläge oder Petitionen verändern die geltende steuerliche Behandlung nicht automatisch.
Sollten sich die Regeln künftig ändern, könnte dies insbesondere langfristig orientierte Anleger betreffen. Wer Bitcoin oder andere Kryptowährungen über längere Zeit hält oder regelmäßig über einen Sparplan kauft, sollte deshalb die weitere Entwicklung verfolgen.
Unabhängig von möglichen Gesetzesänderungen ist eine vollständige Dokumentation von Käufen, Verkäufen und anderen Transaktionen sinnvoll. Bei vielen Transaktionen kann Krypto-Steuersoftware dabei helfen, die Transaktionshistorie für die weitere steuerliche Aufbereitung zu strukturieren.
Warum die Diskussion für den Kryptomarkt wichtig ist
Die Frage der Haltefrist betrifft nicht nur kurzfristig handelnde Anleger. Sie beeinflusst auch die Rahmenbedingungen für langfristige Krypto-Investments in Deutschland. Befürworter einer stärkeren Besteuerung verweisen unter anderem auf eine aus ihrer Sicht gerechtere Behandlung unterschiedlicher Anlageformen. Gegner einer Abschaffung sehen dagegen Nachteile für langfristige Anleger und den Kryptostandort Deutschland.
Wie geht es weiter?
Nun kommt es darauf an, wie das Petitionsverfahren und die politischen Überlegungen zur Krypto-Besteuerung weitergeführt werden.
Quellen
- Deutscher Bundestag: Gesetzentwurf für höhere Besteuerung von Kryptowerten
- Deutscher Bundestag: Beschlussempfehlung des Finanzausschusses, Drucksache 21/6112
- Deutscher Bundestag: Richtlinie für die Behandlung öffentlicher Petitionen
